Am Dienstagmorgen sprach d|parts Partnerin Christine Hübner mit geladenen Gästen aus der Berliner Politik über die Frage, inwieweit von einer sich manifestierenden Kultur der Angst in Europa und in Deutschland gesprochen werden kann. Gemeinsam mit Demos, einem Londoner Think Tank, und mit Unterstützung des Berliner Think Tanks Das Progressive Zentrum hatte d|part Berliner Politiker, Analysten und die Presse zum Frühstücksbriefing geladen.
Im Zentrum des Briefings stand die Diskussion der Ergebnisse einer paneuropäischen Studie zur Frage nach einer Kultur der Angst in Europa. Im Auftrag des Londoner Think Tanks Demos hatte d|part eine Fallstudie über Deutschland zu diesem Projekt beigesteuert. Nach einer Begrüßung durch den Gastgeber Philipp Sählhoff, Leiter Internationale Projekte bei Das Progressive Zentrum, und einer Einleitung von Sophie Gaston, Projektleiterin bei Demos, präsentierte Christine den geladenen Gästen die Ergebnisse der deutschen Fallstudie. Im Gegensatz zu einer generellen Kultur der Angst weisen diese darauf hin, dass die Bürger in Deutschland unterschiedliche, konkrete Sorgen haben, die für die Politik allerdings nur schwer wahrzunehmen sind.
Im Anschluss an die Präsentation diskutierte Christine gemeinsam mit den geladenen Gästen sowie Philipp Sählhoff und Sophie Gaston, wie es Politikern leichter gemacht werden kann, diese Sorgen der Bürger wahrzunehmen. Transparenz in der Forschung sowie die Unterstützung von Akteuren aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft wurden dabei als unerlässlich erachtet.

Der vollständige Bericht zur Studie kann hier eingesehen werden: [Download]

Der Bericht von Demos mit Fallstudien aus anderen Ländern kann hier eingesehen werden: [Download]
Finden Sie mehr Eindrücke vom Event auf Twitter unter #DPZBreakfastBriefing

d|part gestaltet die NRW Beteiligungskonferenz „Wo steht Bürgerbeteiligung heute?“ am 26. April in Düsseldorf mit. Die vom Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen geschaffene Servicestelle für Beteiligung „Dialog schafft Zukunft“ organisiert diese Konferenz, die als „Grundstein für einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch“ zwischen relevanten Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dienen soll. Das Ziel ist es, Beteiligungsverfahren generell und insbesondere in komplexen Industrie- und Infrastrukturprojekten zu verbessern.

d|parts Forschungsdirektor, Dr Jan Eichhorn, gestaltet einen Teil des Programms mit, um Beiträge aus der Forschung einzubringen, die neue Impulse für die Beteiligungspraxis schaffen können. Dazu wird er den Workshop „Auf der Suche nach Brückenbauern zwischen politischen Eliten und der Bevölkerung“ leiten und außerdem an der abschließenden Podiumsdiskussion teilnehmen.

Das vollständige Programm der Konferenz finden Sie hier. Anmeldungen werden dort bis zum 21. April entgegengenommen.

In einer neuen Studie unter Leitung von Christine Hübner präsentiert ein d|part Forschungsteam neue Einblicke in die Ängste von Menschen in Deutschland in Bezug auf die Europäische Union und analysiert diese in der Tiefe. Darüber hinaus werden die Erkenntnisse zu den Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger im Land in Kontrast gesetzt zu den Ansichten der politischen Entscheidungsträger. Die Studie kann daher auf einzigartige Weise aufzeigen, in welchen Bereichen politische Entscheidungsträger die Menschen im Land verstehen und wo spezifische Defizite bestehen, die zu Fehleinschätzungen führen können.

In der Auswertung von repräsentativen Umfragedaten und Interviews mit Entscheidungsträgern identifiziert die Studie unter anderem folgende Kernerkenntnisse:

- Eine Mehrheit der befragten Deutschen hat Ängste zu den Auswirkungen der EU auf das Leben in Deutschland, darunter vor allem zur sozialen Sicherheit (53%) und zu steigenden Zahlungen an die EU (52%). Knapp unter 50% der Befragten gab zudem an, in Bezug auf die EU den möglichen Verlust des Arbeitsplatzes sowie den Verlust nationaler Identität und Kultur in Deutschland zu befürchten.

- Interviews mit Abgeordneten des Bundestags und des Europaparlaments zeigten dagegen, dass deutsche Politiker diese konkreten Sorgen der Bürger oft nicht zu hören bekommen. Stattdessen spekulierten die Politiker, dass die Sorgen der Bürger allgemeiner Natur sind und von der aktuellen politischen Unsicherheit in Europa herrühren. Sie stünden nicht direkt mit der EU in Zusammenhang.

- Die Auswertung der Umfrageergebnisse zeigt aber, dass weniger als 15% der Bürger allgemein und unabhängig von der Rolle der EU besorgt über die Zukunft Deutschlands sind. Die meisten Bürger äußern konkrete Sorgen in unterschiedlichen Politikbereichen. Anhänger der CDU/CSU sorgen sich beispielsweise mehr über steigende EU-Haushaltszahlungen und den Verlust der nationalen Identität als diejenigen, die sich mit der SPD identifizieren.

- Im Bericht präsentieren die Experten von d|part Ansätze, wie die Kluft zwischen Politikern und Bürgern überbrückt werden kann. Die Wissenschaftler lehnen einfache Maßnahmen wie ein Interrail-Ticket für junge EU-Bürger ab. Diese allein können keine tiefgreifenden Veränderungen in der Wahrnehmung der EU erreichen. Politiker müssen stattdessen dabei unterstützt werden, die konkreten Sorgen der Bürger anzugehen.

Die Studie wurde von d|part im Auftrag des Londoner Think Tanks Demos durchgeführt. Sie bildet einen Teil eines europaweiten Projekts zum Thema Angst und Populismus in Europa.

Der vollständige Bericht zur Studie kann hier eingsehen werden: [Download]

Der Bericht von Demos mit Fallstudien aus anderen Ländern kann hier eingesehen werden: [Download]

Populismus, Terror, anstehende Wahlen und der Brexit - entwickelt sich eine Kultur der Angst in Europa? Diese Frage diskutiert Christine Hübner, Partnerin bei d|part, am kommenden Montag, den 13. März, mit Politikern und Analysten in der Vertretung der Europäischen Kommission in London.

Christine wird Ergebnisse von d|parts Studie zu Ängsten in Bezug auf die EU in Deutschland präsentieren. Nach der Präsentation diskutiert sie mit Stephen Kinnock, Abgeordneter im britischen Unterhaus, Baronin Julie Smith von Newnham College, Universität Cambridge, Professor Paul Taggart, Universität Sussex, Bojan Pancevski, Europa-Korrespondent der Sunday Times und Sophie Gaston, Leiterin der Internationalen Projekte bei Demos, was diese Erkenntnisse über die Zukunft der EU aussagen. Thema der Diskussion werden auch der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien sowie die bevorstehenden niederländischen, französischen und deutschen Wahlen sein.

Fear and Loathing: Can the European Union Survive 2017?Fear and Loathing: Can the European Union Survive 2017?
18.00 – 20.30 Uhr, Montag, 13. März 2017
Europe House, 32 Smith Square, London, SW1P 3EU
Diese Veranstaltung ist kostenlos. Bitte melden Sie sich über Eventbrite an.

Die Studie zu Ängsten in Deutschland gegenüber der EU wurde von d|part im Auftrag des Londoner Think Tanks Demos durchgeführt. Sie bildet einen Teil eines europaweiten Projekts zum Thema Angst und Populismus in Europa.

Der vollständige Bericht zur Studie kann hier eingesehen werden: [Download]

Der Bericht von Demos mit Fallstudien aus anderen Ländern kann hier eingesehen werden: [Download]

Mehrheit der Deutschen äußert Sorge über den Verlust der sozialen Sicherheit und steigende EU-Zahlungen

Eine Studie von d|part im Auftrag des Londoner Think Tanks Demos zeigt, dass eine Mehrheit der Deutschen maßgebliche Ängste in Bezug auf die EU hat: In einer für die d|part-Studie durchgeführten Online-Befragung unter 2125 Deutschen gab mehr als die Hälfte der Befragten an, sich in Bezug auf die EU stark um die soziale Sicherheit zu sorgen sowie steigende Zahlungen Deutschlands an die EU zu fürchten. Knapp unter 50% der Befragten gab zudem auch an, in Bezug auf die EU den möglichen Verlust des Arbeitsplatzes sowie den Verlust nationaler Identität und Kultur in Deutschland zu befürchten.
Dabei spielen vor allem das Alter und der Bildungsstand der Befragten eine Rolle für den Grad der Angst. Befragte, die jünger als 35 Jahre sind und einen weiterführenden Bildungsabschluss haben, zeigten sich in allen Bereichen weniger besorgt als ältere Befragte oder diejenigen, mit einem niedrigeren Bildungsabschluss. Jenseits der 35 Jahre spielt das genaue Alter dabei weniger eine Rolle: 35 bis 54-jährige Befragte machten sich ähnlich große Sorgen in Bezug auf die EU wie diejenigen, die 55 Jahre oder älter sind.
Im Gegensatz zum Alter zeigten sich Befragte mit einem höheren Bildungsgrad, unabhängig vom jeweiligen Abschluss, immer weniger besorgt als diejenigen mit einem niedrigeren Bildungsgrad. Studienleiterin Christine Hübner sagt dazu: “Wieder einmal sehen wir, welch große Rolle Bildung für die Wahrnehmung der EU spielt, und zwar auf jedem Level.”
25 Jahre nach der deutschen Einheit sind Ost-West Unterschiede auch in Bezug auf Ängste und Sorgen zur EU auszumachen. Befragte in den neuen Bundesländern zeigten sich in einigen Bereichen besorgter als Westdeutsche. Sie äußerten größere Angst vor dem Verlust der sozialen Sicherheit und dem Verlust nationaler Identität und Kultur in Bezug auf die EU, aber nicht vor dem Verlust von Arbeitsplätzen.
Sorge um die Zukunft Deutschlands in der EU sei dabei aber nicht automatisch gleichzusetzen mit dem Wunsch, die EU zu verlassen, so die Studienleiterin. In der Befragung äußerte nur knapp jeder sechste Befragte den Wunsch, dass Deutschland langfristig aus der EU austreten solle. Im Gegensatz zu anderen Ländern in der Studie, darunter vor allem Großbritannien, Frankreich und Schweden, stehen die Deutschen der EU grundsätzlich weiterhin positiv gegenüber. Knapp ein Viertel der Befragten möchte, dass Deutschland die Integration innerhalb der EU sogar noch weiter vorantreibt. Jeder Sechste wünscht sich gar, dass sich die Bundesregierung für die Bildung einer europäischen Regierung einsetzt.
Christine Hübner kommentiert: „Die Studie zeigt, dass die Menschen in Deutschland konkrete Sorgen zur Zukunft in der EU haben, die sich nicht auf eine generelle EU-Skepsis beschränken lassen. Es ist wichtig, diese Ängste zu verstehen und zu adressieren.“